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JUl
2022

Fachtag für Multiplikator*innen

In 2019 veranstalteten das Jugendbildungswerk des Landkreises Kassel, das 1. Mädchenhaus Kassel und die Dynamitas unlimited, unterstützt von den Frauenbüros der Stadt und des Landkreises Kassel, einen Fachtag für Multiplikator*innen mit dem Ziel die vielseitigen Leistungen von Frauen* auf dem Gebiet Body Positivity für Multiplikator*innen sichtbar und erfahrbar zu machen, sodass die jungen Menschen, mit denen sie arbeiten, von einer gestärkten, oder neu überdachten Haltung, profitieren können. Die einzelnen Themen fanden sehr viel Anklang. Gleichzeitig entstand der Wunsch nach Vertiefung der Auseinandersetzung. So wurde entschieden, eine Veranstaltungsreihe zu den einzelnen Themen zu machen. Nach Alltagsrassismus, und queeren Themen liegt dieses Mal der Fokus auf digitalen Medien.  Und zwar vor alle , auf denen, die über das Smartphone kommuniziert werden. Was diese Fortbildung von vielen anderen solchen Angeboten unterscheidet, ist die queer-feministische Perspektive, die sich in der Konzeption unserer Fachtage widerspiegelt. u.A. in der Auswahl der Workshops und der Referent*innen.

Beauty,
Klicks,
Empowerment

Das Smartphone 
als Mittel und Gegenstand 
in der pädagogische Arbeit

Beim diesjährigen Schwerpunkt, digitale Medien, richten wir den Blick auf das Smartphone. Das Smartphone bringt für Multiplikator*innen, als omnipräsenter Gegenstand, seine ganz speziellen Herausforderungen mit sich. Ersetzt es u.A Bravo, Armbaduhr, Tagebuch, Bibliothek, Fotokamera und Album, Porno-Ecke im Zeitungsladen, Stadtplan,

Telefon und Brief. Darüber hinaus wird es immer mehr als ein Teil des Selbst erlebt. 

Mit dem kritischen Blick haben wir keinesfalls die Beabsichtigung, die Nutzung des Smartphones zu verpönen. 

Auch dieses Jahr, geht es uns darum sicht- und ergreif-bar zu machen, was für großartige Konzepte entwickelt worden sind, kritisch mit den Herausforderungen, die die Arbeit mit diesen Medien mit sich bringen umzugehen. Diese den Multiplikator:innen in einer solcher Form zu vermitteln, dass die jungen Menschen, die die Adressaten deren Arbeit sind, auch die Gewinntragenden sind.

Tagungsablauf

09.00h Ankommen

09.30h Begrüßung und inhaltliche Einführung 

10.00h Start Workshop Teil 1

12.30h Mittagpause/essen

13.30h Start Workshop Teil 2

16.00h Gemeinsames Ende 

16.30h Ende

Veranstaltungsort

Große VHSzaal des Kresihauses

wilhelmshöher Allee 19 - 21

 

Für Fragen inhaltlicher oder organisatorischer Art könnt ihr euch am Frauenbüro/ Büro fr Chancengleichheit wenden. 

Hier könnt ihr euch auc anmelden. Gibt Bitte den Workshop für denen ihr eeuch anmeldet gleich mit an. 

Workshops

1. 
Selfies & Selbstdarstellung 
im Netz – 
digital produzierte Männlichkeits- und weiblichkeitsideale

Ob Selfies oder TikTok Tänze – Sich selbst vor der Smartphone-Kamera zu inszenieren und auf Social Media Plattformen online zu präsentieren ist Teil der alltäglichen Bildpraxis vieler Jugendliche und junge Erwachsene. Ihre Fotos und Kurzvideos sind für sie Mittel und Anlass zur Kommunikation und haben oftmals eine wichtige soziale Funktion. Dabei werden sie von kulturellen und gesellschaftlichen Idealvorstellungen, sowie Like- und Kommentarfunktionen in ihrem Selbstbild beeinflusst. 

Der Workshop stellt verschiedene theoretische Perspektiven und Praxis-Beispiele zur Umsetzung des Themas „Selfies & Selbstdarstellung“ in kreativen Medienprojekten vor. Es wird Raum für Diskussionen und zum Austausch über eigene Erfahrungen gegeben.

 

Referentin

Anna Lena Heidrich

Galluszentrum Frankfurt

2. 
Sexualität 2.0

Sexualität 2.0

In diesem Workshop schauen wir uns gemeinsam an, welche Themen mit Fokus auf Sexualität in der Arbeit mit Jugendlichen relevant sind und wie wir uns verschiedenen Themenbereichen annähern können. Dabei wird die Relevanz der sozialen Medien bei der Entdeckung der sexuellen Identität ebenso betrachtet, wie der Konsum von Pornografie. Wir schauen uns die Chancen und Gefahren des Netzes an und weisen auf Formen der sexualisierten digitalen Gewalt hin und welche Webseiten, Tools und Strategien es zum Schutz von Jugendlichen gibt. Die Inhalte des Workshops werden mit Methoden erarbeitet, die so oder in abgewandelter Form in der Arbeit mit Jugendlichen genutzt werden können. Wir werden diskutieren, abstimmen, Begriffe definieren und Webseiten und Tools entdecken.

 

Schwerpunkte:

  • Relevanz sozialer Medien für junge Menschen mit Blick auf sexuelle Identität (wo und wie entsteht Identität online)
  • Sexualität im Netz vs. Pornografie (Unterschiede Jungen*/Mädchen* und wie Pornos unsere sexuellen Verhaltensweisen beeinflussen, Rollenbilder prägen etc.)
  • Welche Sprache nutzen wir bei der Thematisierung mit jungen Menschen?
  • Pro-/Kontra-Diskussion Pornografie (Themen wie Arbeitsbedingungen, Gender, Rassismus, Sexismus etc.)
  • Welche Formen der sexualisierten Grenzüberschreitungen können als Folge resultieren? (Gefahren und Formen der sexualisierten Gewalt aufweisen)
  • Tipps und Strategien gegen sexualisierte digitale Gewalt entdecken & entwickeln (Webseiten, Tools, Consent etc.)

 

Referentinnen

Maria Fischer plus Kolleginnen

 

 

3.
Real life?...

  Was haben Slotmaschinen und Smartphones eigentlich gemeinsam?     Was steckt hinter den Apps und Geräten, die ich täglich benutze? Und welche Effekte hat unsere heutige Technik und das Internet eigentlich auf die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen heute?

 Diese und weitere Fragen, sollen in unserem Workshop über die neurobiologische Wirkung von Smartphones auf die Nutzer:innen beantwortet werden. Wir bekommen theoretische Einblicke in die aktuelle Technikwelt und ihren Hintergrund und werden in kleinen Arbeitseinheiten herausfinden, wie wir die Erkenntnisse aus dem Workshop in unsere tägliche Arbeit einbinden können. 

Referentin

Lena Thieme 

Lena ist gelernte Medien-wissenschaftlerin und -psychologinSie hat vielseitig zu den Effekten von Smartphones und Internet auf die Nutzer:innen geforscht. 

Nach ihrem Studium hat sie ihr eigenes Projektkonzept - das "Netzheld:in-Projekt" - zum Thema Soziale Netzwerke und Kinder erarbeitet und verfolgt. 

Aktuelle Tätigkeitsfelder: Arbeitskreisen zum Thema Handysucht Social Media und Öffentlichkeitsarbeit für Jugendprojekte. 

4. 
Pädagogik meets Kurzvideos -
der audiovisuelle Medien Crahskurs

In diesem Workshop schauen wir uns an, warum audiovisuelle soziale Medien wie TikTok und Instagram gerade so einen Hype erfahren, wie sie funktionieren und wie man sie in der pädagogischen Praxis verwenden kann. Wir ergründen sowohl kreative Potentiale und Möglichkeiten, wie auch die Schattenseiten der Plattformen, wie Diskriminierung, Hassrede & Desinformation. In praktischen Übungen stärken wir die Medienkompetenz und lernen wie man Wissen kurz und knackig, aber nicht verkürzt kommuniziert. 

 

Referentinnen

Theresa Lehmann ist Referentin der politischen Bildung und Projektleiterin von Demo:create.
Sie arbeitet bei der Amadeu Antonio Stiftung seit 2016 zu pädagogischen Konzepten (Digital Streetwork) und Gegenstrategien gegen Hate Speech und anderen digitalen Hassphänomenen. Sie ist Expertin im Bereich Antisemitismus, Sexismus und interessiert sich dafür wie Rechtsextreme soziale Medien nutzen.

 

Eva Kappl ist seit diesem Jahr Referentin der Medienpädagogik bei der Amadeu Antonio Stiftung. Sie testet bei Demo:create neue Ansätze der politischen Bildung und Gegenrede. Eva verbringt gerne ihre Zeit auf TikTok und möchte die Plattform stärker für Demokratiebildung nutzen. Sie interessiert sich für feministische Themen und setzt sich mit LGBTIQ*-Feindlichkeit auseinander.

5. 
Digitale Selbstverteidigung 
in hybriden Welten

Die Welt kann schon lange nicht mehr in real und virtuell unterteilt werden. Beide Ebenen verschmelzen miteinander – vor allem für junge Menschen. Dabei tun sich neben vielen Chancen auch Gefahren im Netz auf. In diesem Zusammenhang fällt häufig der vielschichtige Begriff digitale Gewalt. In diesem Workshop zeigen wir anhand des Projekts „DigitalAngels“, welchen Herausforderungen im Netz vor allem Mädchen* ausgesetzt sind. Wir sprechen über unsere Erfahrungen in der Arbeit mit Mädchen* und setzen Impulse für digitale Selbstverteidigung. Gemeinsam suchen wir in diesem Workshop nach Wegen, um Mädchen* in dieser hybriden Welt zu begleiten.

Schwerpunkte:

  • Was genau verstehen wir unter Gewalt?
  • Welche Formen der digitalen (sexualisierten) Gewalt treffen vor allem FLINTA*
  • Aus der Praxis: Digital Angels als beispielhaftes Medienkompetenz-Projekt
  • Ideenwerkstatt für die Praxis – selbst Webseiten, Tools & Material entdecken und ausprobieren
  • Raum für Austausch

Referentin

Maria Fischer, FCZB Berlin

6. 
Das Smartphone als Medienproduktions-Tool

In diesem praxisnahen, kompakten Methodenworkshop, wird es darum gehen, kurze Videoclips selbst zu produzieren, um mit dieser Technik in der Arbeit mit Mädchen* zu experimentieren.  Die Technik selbst für die Umsetzung von Online-Videos trägt heute fast jede* in der Hosentasche. Das Smartphone reicht schon aus, um ein Video zu drehen, kleine Animationen zu erstellen und alles zusammenzuschneiden.  Um eine bestimmte Qualität zu erzielen, sollten bei Dreh und Schnitt ein paar technische und gestalterische Grundsätze beachtet werden. In diesem Methodenworkshop werden die Basics vermittelt, wie bei der Videoproduktion mit dem Smartphone ein ansprechendes Ergebnis erzielt werden kann. 

Anhand von Beispielen und Übungen lernen die Teilnehmer*innen in diesem Methoden-workshop das wichtigste Know-how kennen, und produzieren in Kleingruppen oder alleine kurze Clips. 

 

Parisa Karimi (sie/ihr), 

Medienkünstler*in, Animator*in, VJ, Theatermacher*in und Dozent*in. 

In ihren inter- disziplinären Arbeiten erforscht sie Ausdrucks- und Kommunikationsmethoden mit neuen digitalen Formaten. Sie ist Gründerin vom Heimatlos Grenzenlos Netzwerk und dem RGB-Studio. 

https://parisakarimi.com

https://rangbarang.studio

 https://heimatlos-grenzenlos.de

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